Mein Segelsommer

Der Beginn meiner Sommerferien verlief etwas anders als geplant. Eigentlich wollte ich die erste Ferienwoche damit verbringen, gemeinsam mit Maximilian Kramer zu trainieren. Wir wollten an unserem Boot, dem 470er, basteln und ihn fahren, da wir in den folgenden Tagen am Gardasee an der JoEM (Junioren Europameisterschaft) im 470er teilnehmen wollten.

Dazu kam es nicht. Mein Trainer Jan Sternberg (Landestrainer Zweihand) rief mich eine Woche vor Ferienbeginn an und fragte, ob ich Zeit habe, die Deutsche 420er Meisterschaft in Travemünde zu segeln. Ich sprang also für einen verhinderten Vorschoter ein. Ein Glück, dass ich schon vorher mit Clara Rietz (PSV) trainiert habe. Die Reise ging am Donnerstag dem 21.07.2017 los. An dem Tag wurden die Boote abgeladen und aufgebaut sowie eine Trainingseinheit gefahren. Ich war glücklich darüber, noch trainieren zu können, um mich in den 420er wieder einzufahren. Am Freitag trainierten wir nochmals um das Revier um Travemünde kennenzulernen. Am Samstag regnete es und wir trainierten nicht auf dem Wasser. Stattdessen machten wir im Haus Sport. Unsere Vermessung fand am Sonntagmorgen statt. Da wir die Ersten an dem Tag waren, war die Vermessung sehr schnell erledigt. Sonntagabends wurde die Regatta eröffnet. Mit einer Rede und der Vorstellung der teilnehmenden Nationen. Die Deutsche 420er Meisterschaft fand im Rahmen der Gesamtdeutschen Meisterschaft und der Travemünder Woche statt.

Montags ging es dann auch schon los. Es waren für jeden Tag bis Samstag 2 Tageswettfahrten geplant. So schön wie es klingt, blieb es leider nicht. Der Dienstag fiel wegen Starkwind als Wettfahrttag aus. So mussten wir die ausgefallenen Wettfahrten auf andere Tage verlegen. Den Rest der Woche konnten und mussten wir dann aber segeln. Clara und ich erlangten am Ende den 58. Platz von 88 Startern. Ich bin zufrieden mit diesem Ergebnis. Es war die erste große Regatta für Clara und wir waren kein eingespieltes Team.

Am Samstagabend fuhr ich dann nach Hause, um mich zwei Tage auszuruhen. Zwar musste ich mein Boot noch verladen, aber die zwei Tage taten trotzdem gut. Meine Reise zum Gardasee startete am 01.08.2017 um 19 Uhr. Wir, also Jan, Max und ich, kamen morgens am Gardasee an und luden die Boote ab. Wir bauten unser Boot auf, danach ging es zum Hotel. Die nächsten 2 Tage bestanden aus freiem Fahren auf dem Gardasee und trimmen. Am 04.08.2017 begann die Vorbereitung auf die JoEM mit Herrn Lehmann vom Bundesstützpunkt Warnemünde (Rostock). Wir trainierten mit seinen beiden Teams, Ole Blumenthal/Paul Stützle (GER 25) und Luise Wanser/Helena Wanser (GER 69). Am Samstag ließen wir die Boote vermessen. Das dauerte allerdings länger als gedacht. Die Vermesser hatten schon Verspätung, also kamen wir erst 1½ Stunden später an die Reihe. Die Verspätung hat uns ziemlich aufgeregt. Als unser Boot in der Vermessungshalle stand, baute sich ein großes Gewitter auf. Eine Windstärke von 10 Bft blies Boote von ihrem Trailer. Wir waren in dem Moment glücklich, dass unser Boot zu diesem Zeitpunkt in der Halle stand. Unser Boot war letztendlich gegen 14:30 Uhr  fertig vermessen. Sonntags trainierten wir nochmal und nahmen am Practice Race teil. Es war sehr interessant das erste Mal mit so vielen Booten zu fahren, die aus einer anderen Nation stammen. Die Regatta wurde am Sonntagabend mit einem prächtigen Lauf der Nationen durch die Altstadt von Riva feierlich eröffnet.

Am Montag den 08.08.2017 fing die Regatta an. Auch hier waren für jeden Tag 2 Rennen ausgeschrieben. Zwei Wettfahrten an einem Tag sind sehr gut, finde ich persönlich, denn man kann sich besser konzentrieren und ist länger fit. Nur war der Gardasee nicht gnädig mit uns. Durch das Gewitter und Wolken kam das gesamte Windsystem durcheinander und die Ora (der übliche Südwind am Nachmittag) konnte sich nicht richtig durchsetzen. Aus diesem Grund wurde an den letzen 3 Tagen unser erster Start auf 8 Uhr verlegt, denn der Vento (der Nordwind am Vormittag) war meist sehr stark. Die frühen Uhrzeiten waren anstrengend, denn Max und ich mussten um 5:30 Uhr aufstehen und bekamen deswegen leider noch kein Frühstück im Hotel.

Am Samstagabend war Siegerehrung. Leider konnte ich nicht daran teilnehmen, da unser Boot zu dem Zeitpunkt noch nicht verladen war. Die Rückreise begann am nächsten Morgen. Am Ende war ich ziemlich kaputt, aber es war ein schönes Erlebnis. Wir haben viele Segler aus verschiedenen Ländern kennengelernt und viele Erfahrungen und Eindrücke mitgenommen.

Das Wochenende darauf fand ein 470er Training in Potsdam statt. Wir trainierten mit dem neu umgestiegenen Team Franka Mehler/Melissa Kleiß. Es wurde Fahrtechnik geübt und verfeinert.

Am nächsten Wochenende fand im Heimatverein von Max eine Seemeisterschaft auf dem Speichersee statt. Es war eine Yardstickregatta und wir fuhren einen 420er. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt. Die Regatta gewannen wir mit nur einem dritten Platz als Streicher, das hat uns sehr gefreut.

Das letzte Wochenende habe ich mir vom Segeln frei genommen, aber ich kam um die Bootspflege nicht herum. Diese ist natürlich sehr wichtig und sollte nicht unbeachtet bleiben.

Florian Berner

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